DIE LINKE / Die PARTEI
Clemens Sels Museum
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Museum in Gefahr!

Für einen Neubau des Clemens-Sels-Museums am Wendersplatz

In der Diskussion um die Zukunft des Wendersplatzes setzt sich die Fraktion „DIE LINKE / DiePARTEI“ für einen Neubau des Clemens Sels Museums ein. Wir halten dies nicht nur für eine gute oder mögliche, sondern für eine gebotene Variante, da das Museum in einem schlechten Zustand ist, der sich am aktuellen Standort nicht wesentlich verbessern lässt. Zugleich sehen wir die Chance für eine attraktive Belebung des Platzes und eine deutliche Steigerung des öffentlichen Interesses am Museum. Das zeigen auch die im Rahmen der Bürgerbeteiligung getätigten Äußerungen.

Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede unserer Stadtverordneten Yulia Vershinina (DiePARTEI) im Hauptausschuss:

„In den Entwürfen zur Neugestaltung des Wendersplatzes werden 4 Auswahlmöglichkeiten präsentiert, die sich im Grad der Einbeziehung des Clemes Sels Museums unterscheiden. In Wirklichkeit gibt es aber nur eine einzige annehmbare Lösung und hier möchte ich die Gründe erläutern, die mich zu dieser These bewegt haben.

Es ist schon länger bekannt, dass die klimatischen Bedingungen, die den internationalen Standards für Museen entsprechen würden, nicht in dem aktuellen Museumsgebäude vor allem im Sommer und im Winter herstellbar sind. Daran hat die vor einigen Jahren durchgeführte Renovierung nichts ändern können. Es ist schlicht aufgrund der architektonischen Gegebenheiten und dem Status als denkmalgeschütztem Gebäude nicht möglich, die Räume bis auf einen einzigen so zu gestalten, dass diese Anforderungen erfüllt werden. Ja, die Renovierung war kostspielig, aber für den Erhalt des Gebäudes sowieso notwendig, und hat dabei die oben genannten Missstände nicht beseitigt.

Ständige Restauration notwendig

Dies hat zur Folge, dass die sich darin befindenden Kunstwerke, darunter einige vom internationalen Rang und sehr hohem Wert und auch bedeutende archäologische Artefakte leiden und regelmäßig teuer restauriert werden müssen. Allerdings sind auch den Restaurationskünsten Grenzen gesetzt und es kann und wird soweit kommen, dass sich der Zustand durch den nicht art-gerechten Umgang irgendwann so verschlechtert, dass sie unwiederbringlich verloren gehen, wenn man nicht dringend etwas unternimmt. Und dann geht es nicht nur um den ideellen kulturellen Wert, sondern auch um klare hohe finanzielle Verluste. Ansonsten muss man in absehbarer Zeit die Werke zur Aufbewahrung in ein Depot verlegen, sodass sie nicht mehr dem Publikum zugänglich sind. Das wäre nicht nur äußerst traurig, sondern würde auch die Bedingung verletzten, die bei der Schenkung dieser Arbeiten an die Stadt Neuss gestellt wurde. Abgesehen davon, dass dies auch weitere Kosten verursachen würde. Der Geizige zahlt eben doppelt.

Andere Museen leihen ihre wertvollen Kunstwerke nicht mehr für Ausstellungen im Clemens Sels Museum aus. Kommt das nicht dem Läuten einer Alarmglocke gleich? Außerdem sind die Kapazitäten der Depot- und Lagerräume erschöpft. Die Vorschläge 2 und 3 würden diese Probleme lösen. Aber eben nur diese, das Gravierendste bliebe bestehen und ein weiteres käme sogar noch hinzu: Das Museum könnte sein Profil verlieren, wenn man es auf verschiedene Standorte verteilt.

Wenn das Pferd tot ist, sollte man es erkennen und absteigen.

Dazu kommen noch weitere Argumente.

Bürgerbeteiligung für einen Museumsneubau

Den Umfragen nach gibt es aus der Bevölkerung eine breite Unterstützung für einen Museumsneubau. Auch die dafür benötigten Mittel würde man generieren können. Das hat damals auch die zugesagte Finanzierung für die Erweiterung des Clemens Sels Museums gezeigt.

Auf lange Sicht kommt man nicht drum herum, den Kunstwerken ein neues Zuhause bieten zu müssen. Jetzt gibt es eine perfekte Gelegenheit dies zu tun, solange es noch nicht zu spät ist und wenn man möchte, dass dieses Zuhause in Neuss bleibt.

Diese Probleme können nur durch einen Neubau gelöst werden. Dabei bleibt das alte Gebäude erhalten und kann sich einer anderen Nutzung erfreuen z.B. als Haus der Kulturen. Die offene Architektur würde dem Geist einer Begegnungsstätte wunderbar entsprechen, es gäbe geeignete Räume für Seminare und Präsentationen und auch entsprechende Büroflächen. Auch eine Einrichtung eines Schützenmuseums im Deilmann-Bau wäre eine gute geeignete Option.

Mit einem hoch- und vollwertigem Clemens Sels Museum auf dem Wendersplatz könnte ein kultureller und menschlicher Brückenschlag zum Rennbahn- und Hafengelände gelingen, der das historische Erbe der Innenstadt durch moderne Kunst und Kultur immens aufwerten und in seiner Attraktivität stärken würde. Es ist unsere Chance das Antlitz der Innenstadt für die nächsten Genrationen zu prägen.“

Bild auf dieser Seite von Rolf Cosar, CC BY 3.0

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